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Udo Kapeller: ein Engel für Wien
30.11.2015
Udo Kapeller (li), Achim Stromberger c Felipe Kolm

Udo Kapeller (li), Achim Stromberger c Felipe Kolm

c Felipe Kolm

c Felipe Kolm

c Felipe Kolm

c Felipe Kolm

Udo Kapeller: ein Engel für Wien

30.11.2015

Beruf Projektionskünstler und technischer Entwickler
Größte Leidenschaft künstlerische Projekte zu erdenken und umzusetzen
Weltbekannt hat die Skyline von Doha (Katar) in eine Lichtskulptur verwandelt
Wohnt in Wien

 


Über dem Tuchlaubenhof des Goldenen Quartiers schwebt ein Engel. Die 7,2 mal 5,2 Meter große Lichtinstallation wird mit zwei leistungsstarken Projektoren bestrahlt. Hinter diesem Engel stecken Udo Kapeller und sein Sohn Achim Stromberger. Kapeller hat den Engel geplant, gebaut und konzipiert, Stromberger hat programmiert. „Der Engel sieht keine zwei Mal gleich aus. Das Bild ändert sich permanent, es wird in Echtzeit gerechnet“, erklärt Kapeller. Das, was die beiden machen, ist eine neue Kunstform, der „Projektionismus“. Und die europäische Hauptstadt der Projektionskunst ist Wien. Und das ist sie nicht zuletzt dank Kapeller, der sich seit über 25 Jahren mit dem Spiel von Licht und Reflexion und der Technik dahinter auseinandersetzt.

Längst sind Videojockeys in den Tanzclubs ebenso fester Bestandteil durchtanzter Nächte wie das DJ-Line-up. Die Projektorentechnik, die es früher nur im Kino gab, ist aus dem Kinosaal ausgewandert. Nur Leinwände zu bestrahlen, damit gibt sich Kapeller schon längst nicht mehr zufrieden. Jede Oberfläche wird für ihn zum Experimentierfeld. „Schon in den Neunziger Jahren habe ich zum Weltwassertag einen Wasserfall über die Fassade der Uno City stürzen lassen, und beim Snowboard-Event „Swatch Soul City“, zum Jahreswechsel ins neue Jahrtausend, erstrahlte das Wiener Riesenrad als größte Swatch der Welt“, erzählt Kapeller. Für die Feiern zum 131. Jahrestag der Gründung Katars wurde unter der Leitung Kapellers die sechs Kilometer lange Skyline von Doha in ein einziges Lichtspektakel verwandelt. Jedes Hochhaus erstrahlte in anderen Farben und Motiven. Für dieses Megaprojekt „haben wir allein 280 Tonnen Projektoren in das Emirat transportiert. 60 Techniker aus ganz Europa halfen dieses Projekt in 25 Tagen umzusetzen“, sagt Kapeller.

Licht und Kunst verbinden

„Am liebsten arbeite ich aber trotz Computerzeitalters analog. Mit Glasdias, die ich bemale. Mittels Camera obscura bringe ich Gebäude und Dia in das richtige Verhältnis“, so der Lichtkünstler. So lässt er Gebäude, verschneite Berghänge, wie etwa Mitte Jänner 2016 bei der Schiflug WM am Kulm oder beim jährlichen Saisonopening „Fantastic Gondolas“ in Lech, in intensiven Farben erstrahlen. „Lech wird auch heuer wieder bildende Künstler und Medienkünstler versammeln. Sie werden gemeinsam mit internationalen DJs wie Patrick Pulsinger oder Ex-Model Eva Padberg die Gipfeleröffnung zum Kunst- und Musikfestival machen“, so Kapeller.
Sein feinsinniger Umgang mit Licht erstreckt sich auch auf weit Subtileres, das aber auf den zweiten Blick mindestens genauso spektakulär wie seine Projektionen ist. Im Zuge des Umbaus der Albertina zeichnete er für das neue Lichtkonzept für Ausstellungen und Räume verantwortlich. Für die intime und konzentrierte Atmosphäre entwickelte er gemeinsam mit dem deutschen Hersteller ERCO ein eigenes Stromschienensystem und eigene Scheinwerfertypen, die mittlerweile von zahlreichen Museen weltweit eingesetzt werden. Wer gerne die Modeschauen auf Fashion TV sieht, und wer im ehemaligen Birdland Joe Zawinuls, in der Box, das Tanzbein schwingt, tut dies ebenfalls unter Kapellers Lichtkonzept.

 

 

 

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