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Prada lässt küssen und kämpfen
08.08.2016
Prada

Prada

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Prada

Prada lässt küssen und kämpfen

08.08.2016

Als Miuccia Prada beim französischen Künstler Christophe Chemin anrief, wollte sie Kitsch und eine Exkursion durch die Geschichte. Denn das sollte auf die Kollektionen für Herbst/Winter 2016 kommen. Dass Modedesigner mit Künstlern Kollaborationen eingehen, ist nicht neu. Elsa Schiaparelli tat es in den 30er-Jahren, als sie engen Kontakt mit den Surrealisten und Dadaisten pflegte. Jean Cocteau entwarf Stoffmuster für sie. Yves Saint Laurent druckte Piet Mondrians mosaikartige Farbflächen auf seine Minikleider. Vergangenen Herbst ließ Kim Jones für Louis Vuitton vier Drucke des Künstlers Christopher Nemeth auf Mäntel und Pullover drucken. Bei Valentino gab es die geometrischen Muster der australischen Künstlerin Esther Stewart.

Doch zurück zu Prada und Chemin. Prada ist keine, die auf Altbewährtes setzt, deshalb interessierte sie sich für einen Künstler, der bis dahin weitgehend unbekannt war – Pradas Chefdesigner Fabio Zambernardi war mit dem Künstler befreundet und schließlich kam die Einladung zur Zusammenarbeit. Und Prada hatte Glück, denn Chemin hätte sich für alle anderen Modemarken gar nicht interessiert, meint er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Dennoch ist dies nicht der erste Ausflug Chemins in die Welt der Mode. Mit Sebastian Meunier, Kreativdirektor bei Ann Demeulemeester arbeitet er an einem Performanceprojekt in Paris. Mit Prada konnte er sich eine Zusammenarbeit dann doch vorstellen und begann zu zeichnen und Konzepte zu schreiben.

Schlachten, Küsse, Göttinnen

Und so entstand ein Bankett für Ratten, das nun Röcke und Hemden ziert, das sich auf die Fabel vom Rattenfänger von Hameln bezieht, eine Kussszene zwischen einem amerikanischen Soldaten und Göttin Isis, Stillleben, Close-ups alter Renaissancegemälde, die als architektonische Elemente fungieren, Trompe l´oel-Effekte, Schlachtenszenen, wilde Tiere wie aus alten Bibeldarstellungen. Chemin pflügte sich mit Verve für Prada durch sämtliche Epochen, Stile und Kontexte. Ein Unbekannter ist der in Berlin lebende Franzose nun definitiv nicht mehr.

 

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