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Paris zwischen Zukunft und Vergangenheit
10.03.2016
Chanel

Chanel

Chanel

Chanel

Valentino / Catwalkpix

Valentino / Catwalkpix

Louis Vuitton

Louis Vuitton

Louis Vuitton

Louis Vuitton

Miu Miu / Catwalkpix

Miu Miu / Catwalkpix

Chloe / Catwalkpix

Chloe / Catwalkpix

Lanvin / Catwalkpix

Lanvin / Catwalkpix

Sonia Rykiel

Sonia Rykiel

Westwood / Catwalkpix

Westwood / Catwalkpix

Balenciaga / Catwalkpix

Balenciaga / Catwalkpix

Comme des Garçons / Catwalkpix

Comme des Garçons / Catwalkpix

Paris zwischen Zukunft und Vergangenheit

10.03.2016

Im letzten Monat der Fashion Weeks wurde viel geredet über zu viele Schauen, zu lange Wartezeiten, bis die Kollektion in den Handel kommt, zu viele Kollektionen. Paris nimmt das zwar zur Kenntnis, die hohen Herren der Modekonzerne samt Branchenverband Fédération Française de la Couture stellen aber klar: Unser System ist in Ordnung. Mode wird hier weiterhin als Objekt der Begierde gesehen, auf das Kunden gerne ein halbes Jahr warten. Eine Fortsetzung der Diskussion ist somit programmiert. Die Aufmerksamkeit kann wieder den Kollektionen für Herbst-Winter 2016 gelten.


Wenn in Paris schon das Thema „see now, buy now“ verdrängt wird, so denken die Häuser dennoch über eine andere Inszenierung nach. Retro ist der neue Schrei in Paris. Karl Lagerfeld – für seine bombastischen Inszenierungen für Chanel bekannt – verwandelt das Grand Palais in einen Salon mit goldenen Stühlen und Namensschild drauf. Die Stühle alle in einer Reihe, sodass jeder in der Front-row saß. Da kommt Erinnerung an alte Salons auf, in denen die Designer früher die neuen Kollektionen einem kleinen Kundinnenkreis vorführten. Die Looks führen ebenfalls zurück ins Chanel Archiv. Perlen, Kamelien, Kostüme. Aufgemotzt – unter anderem mit Bildern seiner geliebten Katze Choupette – für den kommenden Herbst.

Auch Hedi Slimane versetzt die Models zurück ins Zeitalter der Mannequins. Im Couture Haus von Saint Laurent finden nur 150 Gäste Platz. Die Looks werden wie früher mit Nummern aufgerufen. Slimane zeigt eine 80er-Jahr-Kollektion mit viel Glitzer und Schulterorgien – Outfits mit denen definitiv nicht jeder etwas anfangen kann. Die Gerüchteküche brodelt schon wieder, ob es nicht die letzte Schau des Designers für Saint Laurent ist. Damit wäre es das dritte Haus neben Lanvin und Dior ohne Kreativdirektion.

Louis Vuitton: gestern, heute, morgen

Sehnsüchtig erwartet wurde die erste Balenciaga-Kollektion von Gemna Gvasalia, Liebkind der Modemeute und Gründer des Designerkollektivs Vetements. Das Klatschen wollte gar nicht aufhören. Er nahm die modische Haltung aus Fotografien und übersetzte sie in Silhouetten für an sich ganz gewöhnliche Kleidungsstücke: Anzüge, Kleider, Parkas, Mäntel. Und eine ziemlich große Portion Vetements steckt natürlich auch drin: überlange Ärmel, heraushängende Blusen, auffallende Schulterpölster. Eines hat das Modehaus mit dem Griff zum neuen Designer jedenfalls geschafft: es ist wieder im Gespräch.

Immer im Gespräch zu bleiben ist auch der Auftrag an Nicolas Ghesquière für Louis Vuitton. Seine Kollektion hat für jedes Thema einen Look parat: Rocker, Sport, Party, Business. Für die Heldinnen von heute muss das Outfit in jeder Situation passen. Seine Liebe zur Science Fiction ist aber nicht zu übersehen. „Future Archaeology“ nennt sich die Kulisse, eine Mischung aus Atlantis und Zukunftsstadt mit schrägen Säulen, an die 200.000 kleine Spiegelfliesen händisch angebracht wurden.

Miu Miu: das große Finale

Das Designer-Duo Chiuri-Piccioli inszeniert für Valentino einen modischen Ballettabend. Tanztrikots über Kleider getragen. Tutus mit mehreren Schichten Tüll. Pailletten, Spitzen, Samt und Seide. Und eine ganze Reihe langer Kleider, die ausschließlich für die Kästen von Prima Ballerinas bestimmt sind. Die Farbpalette reicht von Tiefschwarz bis Nude.

Das Finale in Paris bestreitet wie immer Miu Miu. Miuccia Prada ist gut aufgelegt, sagt sie backstage, und sie lädt zur Abschlussparty in ein abgewohntes Wohnzimmer mit altmodisch überzogenen Sesseln und gedimmtem Licht. Die Meisterin des Mix & Match verbindet diesmal Jeans mit Hollywoodglamour. Und edlen Brokat mit dem Style nobler Verarmung. Die Message lautet wohl: Auch schlechte Zeiten sind gute Zeiten.

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