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Porträt: Nicolas Ghesquière

06.03.2017

Nicolas Ghesquière | Louis Vuitton

Er gilt als zukunftsorienterter Denker mit komplexen Visionen, in denen er spielerisch Tradition und Futurismus zu begehrter Mode der Gegenwart verarbeitet: Nicolas Ghesquière, der seit 2013 die kreativen Geschicke bei Louis Vuitton leitet, ist es gewöhnt, in große Fußstapfen zu treten.

Wenn Nicolas Ghesquière 2018 die Cruise Collection für Louis Vuitton exklusiv in Tokio präsentieren wird, so ist das für ihn so etwas wie ein Flashback in die Anfänge seines Erfolgs. Dort war er 1995 schon als Designer für die Japan-Lizenz von Balenciaga tätig und sah dabei überwiegend schwarz: Er entwarf Kostüme für Witwen in Fernost. Aber dann begann sein kometenhafter Aufstieg – als „Notlösung“.

Der 1971 in der Provinz Nordfrankreichs geborene und aufgewachsene Designer, erklärte schon im Alter von zwölf Jahren, dass er genau das machen wolle: Mode. Aus der pubertären Rebellion, die sich mit allem spießte, was ihm auf dem Land, in Comines, an Berufsaussichten zur Verfügung stand, machte er mit 15 ernst. Und heuerte beim französischen Designer agnès b an. Mode studiert hat Ghesquière nie, er lernte das Handwerk in der Praxis. Anfang der 90er-Jahre war er für zwei Jahre lang Jean-Paul Gaultiers Assistent, danach war er bei verschiedenen Modehäusern unter Vertrag.

Modezar statt Notlösung

Als bei Balenciaga die Stelle des Kreativchefs 1997 vakant wurde, sagte Yohji Yamamoto ab und Helmut Lang war zu teuer. So griff man – eher aus Verlegenheit – auf den in Japan werkenden Ghesquière zurück – und schrieb damit eine 15 Jahre währende Erfolgsgeschichte.

Ghesquière füllte scheinbar mühelos die riesigen Fußstapfen Cristobal Balenciagas aus und vergrößerte sie noch weiter, indem er die Zukunft des Hauses mitdachte. Der einstige Spezialist für Trauerflor machte aus dem in die Bedeutungslosigkeit geschlitterten Modehaus eine der begehrtesten Modemarken. 2006 wählte ihn das Times Magazine unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt, 2007 erhob ihn die französische Regierung in den Rang des „Chevalier des Arts et des Lettres“.

Tradition und Zukunft

2014, ein Jahr nach seinem Einstieg bei Louis Vuitton, kürte das Wall Street Journal Ghesquière zum „Fashion Innovator of the Year“. Schon als er die erste Damen-Kollektion für Louis Vuitton zeigte, war zu erkennen, dass er auch hier locker auf Marc Jacobs Spuren wandeln und trotzdem Trends setzen würde, die die Modewelt nachhaltig beeinflussen werden. Seine weiblichen Heroinen, die in der virtuellen Welt ebenso beheimatet sind, wie in der Realität, bedienen vor allem einen Typus: den der starken Frau und ihre Einflussnahme auf die Welt.

Auch auf den Red Carpets sorgt Ghesqiuère inzwischen für Furore. Sorgsam ausgewählte Kollaborationen mit Schauspielerinnen wie Alicia Vikander, Michelle Williams oder zuletzt Ruth Negga, die eher im Arthouse-Kino denn im Mainstream beheimatet sind, machen die Auftritte seiner Mode umso spektakulärer.

Louis Vuitton

Louis Vuitton

Louis Vuitton

Fall/Winter 2015

Louis Vuitton

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Spring/Summer 2016

Louis Vuitton

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Cruise Collection 2016

Louis Vuitton

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Fall/Winter 2016

Louis Vuitton

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Spring/Summer 2017

Nicolas halb privat

Der Kreativchef von Louis Vuitton auf Instagram

Don't Look Now ! #nicolasroeg #juliechristie #donaldsutherland

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I'm back in town, at the helm of it ! ❤🇫🇷

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Best time / best company @marieameliesauve @juliendossena #hidetoshinakata 💙

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My way to start the year 🏁

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Early wake up is hard for Fred and I #fredmydog

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