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Mode-Spektakel im Big Apple

15.09.2015

New York ist – wenn man so will – die einzige Fashion Week außerhalb Europas, die wirklich zählt. Diesmal mischt sich sogar ein altehrwürdiges Pariser Modehaus in das Who-is-who der american brands und wertet die Modewoche in Übersee auf. Wir haben einen Überblick über die New Yorker Looks für den Sommer 2016.


Givenchy
Wow, der Name stand noch nie auf der New Yorker Liste. Nun hat Kreativdirektor Ricardo Tisci auf der Madison Avenue einen Flagshipstore errichtet und ließ es am Ufer des Hudson Rivers so richtig krachen. Eine Mega-Show mit Vorzeigewirkung in punkto Demokratisierung der Mode: Denn während die Labels das „normale“ Volk mittlerweile per Livestream teilhaben lassen, vergab Givenchy neben den geladenen Gästen 820 echt Plätze an New Yorker, die sich rechtzeitig registriert hatten. Die Show war aber auch eine künstlerische Warnung, ein bisschen leiserzutreten, Ruhe zu finden. Eine Stunde lange dauerte die von Tisci gemeinsam mit Marina Abramovichs inszenierte Performance am Pier 26. Dann folgte eine Parade der Gegensätze, wie es das Pariser Haus ausdrückt: Schwarz und Weiß, feminin und maskulin, Kraft und Zerbrechlichkeit.

Diane von Furstenberg
Fortuna nennt sie ihre Kollektion. Die Göttin des Glücks – barfuß mit Schmetterlingsflügeln – war auch auf dem ersten Kunstwerke, das sie gekauft hat. Als Erinnerung daran tragen die Models heute frische Blumen im Haar, so wie die Designerin selbst es einst tat. Mit der Mode wird glücklich, wer bunte Patchworkmuster mag oder gold.

Victoria Beckham
Die Frau ist immer auf Achse. Los Angeles, New York, Miami, London und wieder zurück. Und das mit dem Laptop unterm Arm, Mann und Kinder an der Seite. Das muss es wohl gewesen sein, was die Gute dazu veranlasst hat, ihre Geschlechtsgenossinnen nicht mehr in enge Kostüme zu zwängen, sondern in weite 7/8 Hosen und ebensolange Röcke und Kleider. Plötzlich findet sie  subtilere Wege, Weiblichkeit und Eleganz zu kombinieren.

Tommy Hilfiger
Der Laufsteg führt zur Beachbar. Island Girl steht auf dem T-Shirt eines Models. Und das hat Aussagekraft für die ganze Kollektion. Ein Ausflug in die Karibik. Mit Bob Marley, Hawaii-Hemden, Strohhüten, Häkelbikinis und Netzleibchen.

Alexander Wang
Im Juli kam die Meldung, dass der Vertag zwischen ihm und dem Modehaus Balenciaga nicht verlängert wird. Energie, die er nun in sein eigenes Label investiert. Das muss laut hinausposaunt werden: Zum zehnjährigen Jubiläum seiner Marke spielte er am Ende der Show einen Film über die letzte Dekade ab. In der elften Saison bleibt er sich selbst treu – aus dem Sport entliehene Materialien werden zum urban chic.

Jeremy Scott
Kastelaugen und Schieleblick – binge-watching sagen die Amerikaner zum Non-Stop-Fernsehen. Jeremy Scott zeichnet das Bild von Leuten, die zu lang vorm Bildschirm sitzen nach, oder besser, er überzeichnet es. Die Pailletten haben natürlich Kasterlform, die Farben stets fröhlich.

Thom Browne
Der verkörperte Wow-Effekt. Die Kulisse, das japanisch angehauchte Make up und natürlich die Mode. Surreale Prints, harmoniebedürftige Farben, penibles Layering, Zöpfe, die die Schwerkraft ignorieren. Das ist eine Kollektion zum Abheben.

Das war noch am Laufsteg
Bei Caroline Herrera spürt man die Freude am Experiment. Raffinierte grafische Cutouts zum Betonen der Figur und Neugierde weckende Materialien machen beinahe ein Schild „don’t touch!“ erforderlich. Prabal Gurung blickt auf seine nepalesischen Wurzeln zurück. Das Gelb der Holi-Festivals hat es ihm angetan. Auch Joseph Altuzarra untersuchte die Herkunft, nämlich die seines im Baskenland aufgewachsenen Vaters. Derek Lam holte sich Inspiration auf Netflix: „What happened, Miss Simone?“, die Dokumentation über Nina Simones Leben spiegelt sich in der neuen Kollektion wider. Eine Grätsche zwischen Schlabberlook und Sexiness.

Kein Bandage Dress bei Hervé Léger by Max Azria? Nein! Die enganliegenden Kleider, die den Körper wie mit einem Band umwickelt wirken lassen, fehlen. Dafür gibt es diesmal auch Hosenanzüge. Über Wes Gordon schaffte es auch Österreich auf den New Yorker Laufsteg. Der US-Shootingstar bringt eine Sonnenbrille mit Silhouette heraus, die seine Looks die Saison viel girlier wirken lassen. Zac Posen wiederum schreit „Nimm mich!“ in die Front Row. Er möchte die Kleider nicht am Laufsteg, sondern eher auf den Red Carpets dieser Welt sehen. Das Finale bestreiten heuer die Big-Names: Marc Jacobs und Ralph Lauren.

Hier geht’s zu Marc Jacobs & Co

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