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Mode voller Energie in Paris

05.10.2015

Hunderte neue Looks, Shows und Präsentationen wurden in den letzten Wochen in New York, London und Mailand fotografiert. Jetzt, wenn der Energielevel der Topmodels, Einkäufer und Journalisten schon auf Reserve läuft, werden für die in Paris gezeigten Sommer-2016-Kollektionen noch einmal alle Kräfte gesammelt. Willkommen am Höhepunkt der heurigen Fashion Weeks!


Alexander McQueen
Sarah Burton lugt, inspiriert von den Seidenwebern in Spitalfields im 17. Jahrhundert, in die viktorianischen Blumengärten. Die Weber waren als protestantische Hugenotten aus Frankreich ins Londoner East End geflüchtet. Auch ein Teil von McQueens Familie stammte von ihnen ab. Die kleinen Reminiszenzen der Designerin an den bewunderten, einstigen Förderer sind geblieben und in den romantischen Blumenmustern eng verwoben mit der Geschichte Londons. Getragen werden sie im kommenden Frühjahr aber so stark wie noch nie von Burtons ganz eigenem Stil.

Maison Margiela
2011 strauchelte John Galliano. Antisemitische Stänkereien endeten mit dem Rausschmiss bei Dior und selbst bei seiner eigenen Marke, John Galliano S.A., wollte man lieber ohne den Chefdesigner weitermachen. Nun scheint er wieder auf die Beine gekommen zu sein. Seit Oktober 2014 ist er Kreativdirektor bei Maison Margiela und seine Frühjahrskollektion 2016 ist eine Rückkehr zu sich selbst und seinem kreativen Wahnsinn: Geisha-Look trifft auf Science-Fiction. Den Stil Martin Margielas weiterzuverfolgen interessiert ihn eher weniger.

Balenciaga
In 50 Shades of Ivory präsentierte Alexander Wang seine Entwürfe für Balenciaga, die eventuell auch als Lingerie-Collection in die Firmengeschichte eingehen könnte. Seide, Spitze, Transparentes, Schleifen, Bändchen und Bustiers, dazu Schläppchen mit transparenter Spitze und Blumenapplikationen, elfenbeinfarben, Ton in Ton. Elfengleich, mit wallendem Haar, lief Wang im Anschluss an die Show über den Catwalk, winkte, warf Kusshändchen und schoss Selfies. Es war die letzte Kollektion seines nun auslaufenden Dreijahresvertrags. Die Frage der Nachfolge wird Balenciaga ordentlich beschäftigen.

Comme des Garcons
Rei Kawakubo ist diejenige die wieder einmal die Grenzen der Mode absteckt. Huch! Ist das noch ein Teil zum Anziehen? Oder sind diese „blue witches“ mit feuerrotem Haar schon wandelnde Skulpturen? Die Designerin selbst sieht darin starke Frauen, die oft unbemerkt Gutes tun.

Dior
Die Menschen haben momentan viele Fragen. Und Dior-Designer Raf Simons auch. In einer Zeit, in der so viel so schnell passiert, setzt er ein Zeichen der Ruhe. Mit einem Hügel aus blickdichtem, blauen Rittersporn mitten auf der Cour Carrée des Louvre holt er die Gäste in einen weißen Raum der Zukunft mit vier blauen Kränen mit Scheinwerfern. Die Mode dafür spielt sich sehr im Hier und Jetzt ab: Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Romantik, Reinheit und Besinnung auf das Wesentliche.

Mode-Marathon in Paris

Albert Kriemler für Akris ließ sich wieder einmal von der Architektur beeinflussen, was sich in einem Spiel aus Assymetrie und Geradlinigkeit zeigt. Haider Ackermann überrascht diesmal mit Farben. Die Haare im schrillen 80er-Look, dazu grelle Hosen und satin-schimmernde Kleider. Celines Designchefin Phoebe Philo gibt sich nachdenklich: welche Kleider braucht man wirklich? Wie fühlen wir uns darin? Sie folgt ihrem Instinkt und genau dorthin entwickelt sie das Label. Sehr weiblich. Sehr anmutend. Sehr beständig. Als das Butterbrot der Mode, so bezeichnete Alber Elbaz seine Kollektion für Lanvin. Es dominieren die exakten Schnitte und das für ihn typische schwarz-weiß. Und quasi als Marmelade verziert er das ein oder andere Teil wieder mit Riesenmascherl und Rüscherl. Flamboyant war das Ausgangswort für die Kreationen von Dries van Noten. Farbe und Muster gehören ja zur DNA des Modeschöpfers. Diesmal setzt er sie mit voller Energie ein.

 

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