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Mister Minimalism: David Chipperfield
29.04.2015
Chipperfield baut Valentino-Palazzo in Wien (c) Valentino New York

Chipperfield baut Valentino-Palazzo in Wien (c) Valentino New York

Mister Minimalism: David Chipperfield

29.04.2015

Porträt. Qualität und Wohlfühlfaktor vor Selbstdarstellung und Exzentrik: So lautet David Chipperfields Architekturverständnis. Der Brite gilt als Meister des Minimalismus. Reduzierte Form und natürliche Materialien kennzeichnen seine Arbeit – egal ob Modeboutique, Museum oder Wohnhaus.

Dürfen wir vorstellen – David Chipperfield:

  1. Eigentlich wollte er Tierarzt werden. Nur durch Zufall hat der 1953 in London geborene und auf einem Bauernhof im Südwesten Englands aufgewachsene Chipperfield seine Liebe zur Architektur entdeckt: Sein Vater, ein Landwirt, kaufte einen weiteren Hof und baute ihn zu Ferienwohnungen um. Der spätere Stararchitekt war fasziniert von dieser Arbeit. Es folgte ein Studium an der Londoner Kingston School of Art sowie der Architectural Association. 1984 gründete er sein eigenes Architekturbüro. Heute betreibt der passionierte Hobby-Segler Niederlassungen in London, Berlin, Mailand und Shanghai. Neben Gebäuden entwirft er auch Geschirr und Möbel.
  2. Chipperfield ist Deutschlandliebhaber und Experte für die Optik von Shops. Zu den Prestigeprojekten zählt das Neue Museum Berlin, in dem er die für ihn typische Verbindung von Geschichte und Moderne ausleben konnte. Hierzulande tragen Peek & Cloppenburg auf der Wiener Kärntnerstraße sowie das Innsbrucker Kaufhaus Tyrol seine Handschrift. Und das Valentino-Geschäft im Goldenen Quartier.
  3. Für Valentino entwarf Chipperfield nach dem Abgang des Gründers das weltweite Store-Konzept. Er entschied sich für einen strengen, monumentalen Look: kühler, grau-weiß gesprenkelter Marmor vor dessen Hintergrund die ornamentale Mode wirken kann. Das römische Modelabel wollte damit Grazie und Eleganz wahren und gleichzeitig eine moderne Öffentlichkeit ansprechen, die im digitalen Zeitalter lebt. Immer wieder lässt Chipperfield die Erinnerung an alte Zeiten auf den Blick in die Zukunft treffen – mit dem Spiegelmosaik bei den Schuhen, dem Accessoires-Regal aus Schwarznussbaum oder dem grauen Leder in den Umkleideräumen. Die Valentino-Designer Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli wollen das Erbe des Gründers mit der Architektur würdigen: 
„David Chipperfield kann komplexe Ideen über eine sofortige sensorische Erfahrung übermitteln. Er hat Valentinos Ikonografie durch das Spiel mit Kontrasten und die Integration von minimalistischen Barockelementen mit Erfolg zu einer fließenden und zeitlosen Einheit umgewandelt.”
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