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Milan Fashion Week voll Stärke, Stolz und Stil

29.02.2016

Zum ersten Mal in der Geschichte hat mit Matteo Renzi ein Ministerpräsident die Mailänder Modewoche eröffnet. Ein Zeichen für den Wirtschaftsfaktor Mode. Ein Zeichen der Stärke italienischer Marken und ein Signal voll Stolz auf die Etikette Made in Italy. Bis auf Dolce & Gabbana waren alle gekommen: Giorgio Armani, Donatella Versace, Andrea della Valle, Alberta Ferretti, Angela Missoni. Zusammenhalten lautet die Devise in Mailand – je mehr der großen Namen der Modebranche an einem Strang ziehen, desto erfolgreicher wird sie sein. Veränderungen warten ja genug auf die Verantwortlichen. „Heute noch am Laufsteg, morgen schon im Shop“ war natürlich auch auf der Milan Fashion Week Thema Nummer eins. Gezeigt wurde jedenfalls, was es im Herbst-Winter 2016/17 zu kaufen gibt.


Für Peter Dundas ist es die zweite Saison bei Roberto Cavalli. Er mischt mit Herz und Seele Dinge, die eigentlich nicht zusammengehören, zu etwas Neuem, Eigenen. Musikidole wie Janis Joplin oder Led Zeppelin inspirierten ihn genauso wie Gustav Klimt und das Archiv des Hauses. Zusammen ergibt das stringente Looks mit dünnen langen Schals, engen Hosen, figurbetonten Kleidern, Jugendstil-Stickereien, alles mit einer upgedateten, aber doch eindeutigen Roberto-Cavalli-Handschrift für die Rock-Chic-Generation.

Die Prada-Kundin ist nicht so leicht einzuordnen. Die Natur der Frauen sei komplex, undurchsichtig und vielschichtig wie eine russische Puppe, schreibt Miuccia Prada in den Notizen zur Schau. Entsprechend zwiebelhäutig baut sie die Kollektion auf. Wollstrumpfhosen, offene Schuhe, Kleid, Mantel, darüber Kummerbund, darüber Gürtel mit einem Schlüsselbund für Gefängniswärter, um den Hals eine Kette mit einem Minibuch für persönliche Notizen als Anhänger. Und am Kopf die Matrosenkappe, die bereits bei der Männershow zu sehen war. Diese Frau ist nächste Saison für alles gerüstet.

Wie Etro auf der Straße wirklich aussieht, kann man schon direkt am Laufsteg sehen: Streetstyles gemixt mit Grungelooks der 1990er-Jahre sind Veronika Etro durch den Kopf gegangen, als sie die neue Kollektion entwarf. Flatterkleider, Schlabberpullis, Strickschals, Musterpatchwork, lange Mäntel – so locker trifft man sich im nächsten Herbst in der Stadt.
Mode ohne Jahreszahl ist eine Kunst, die Tomas Maier perfekt beherrscht. Für Bottega Veneta entwirft er schlichte, bequem weit wirkende Anzüge von Winterweiß bis Tiefschwarz, natürlich aus Kaschmir, dazu Schals in allen Stärken, zarte Kleider, Ton-in-Ton dazu Mäntel. „Wir machen Kleider für die Leute, nicht für die Show“, lässt er das Publikum auf dem Informationsblatt wissen. Stimmt, sogar für den dunkelvioletten Samtanzug wird sich die richtige Tragegelegenheit finden lassen.

Zu den Highlights zählt sicher Fendi. In seiner 51. Saison für das Modehaus lässt Designer Karl Lagerfeld japanische Maskottchen einfliegen. Auf die Sprüche des Meisters muss man nicht lange warten. Diesmal zitiert er Voltaire: „Alles, was eine Erklärung braucht, ist eine Erklärung nicht wert.“  Er mag keine überintellektuellen Kollektionen. Er macht einfach. Und jammert nicht dabei. Zur Show wurden diesmal Piro-chan & Bug-kun aus Tokio eingeflogen, die begehrten Fendi Bag Charmes in Übergröße, die sogleich mit Model Kendall Jenner und Karl Lagerfeld posieren.

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