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Interview: Tony Gigov
05.04.2016
Tony Gigov

Tony Gigov

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Tony Gigov

Tony Gigov

Tony Gigov

Tony Gigov

Tony Gigov

Tony Gigov/Edisa

Tony Gigov/Edisa

Interview: Tony Gigov

05.04.2016

Tony Gigov kommt ursprünglich aus der Werbebranche. Mit Erfahrung in Design, Film und Fotografie ist seine Leidenschaft heute die Hochzeitsfotografie. Der Übergang dahin war fließend. Am liebsten fotografiert er Hochzeiten in Südfrankreich, Italien und Monaco. Und internationale Paare, die in Österreich heiraten. Um die Geschichte einer Hochzeit zu dokumentieren, drückt er etwa 2800 Mal auf den Auslöser. Heraus kommt ein großformatiges Fotobuch, in dem man blättert, als sähe man einen Film.

Beruf Hochzeitsfotograf
Lebt in Wien
Findet schwarze Brautkleider toll, hat aber noch nie eines auf einer Hochzeit gesehen
Motto A smile never goes out of style!


„Die Chemie muss stimmen“

Ist Hochzeitsfotografie so etwas wie ein eigenes Genre?
Ich denke schon, dass sie sich in den letzten Jahren zu einem eigenen Genre entwickelt hat, auf die sich Fotografen spezialisieren. Noch vor 10 Jahren war die Hochzeitsfotografie hauptsächlich gestellte Fotos vor oder nach der Trauung. Inzwischen geht es darum, den Tag des Paares zu dokumentieren. Damit eine Geschichte komplett ist, bin ich schon bei den Vorbereitungen dabei, bei den Details, beim Schmuck anlegen, beim Fliege binden. Ich halte die Trauung, die Emotionen des Brautpaares, wie auch ihrer Gäste, genauso fest, wie den ersten Tanz oder das Anschneiden der Torte.

Im Zusammenhang mit der eigenen Hochzeit hört man das ja nicht gern, aber sind nicht alle Hochzeiten gleich?
Jede Hochzeit ist einzigartig, aber es gibt einfach Momente, die gleich sind. Ich weiß ungefähr, wann die Mutter der Braut zu weinen anfängt. Wann die anderen Gäste Tränen in den Augen haben. Aber wenn der Vater mit der Braut in die Kirche einzieht, dann muss man eben weinen. Ich muss selbst meine Tränen zurückhalten, weil ich weiß, ich bin auch irgendwann dran, denn ich habe so eine schöne Tochter (sie ist fünf Jahre alt, Anm.). Die echten Gefühle, die machen eine schöne Hochzeit aus. Und das ist die Atmosphäre, die ich einfange.

Wie macht man das?
Indem man die Leute nicht stört. Ich beobachte sie aus der Ferne, ich bin kein Eventfotograf, für den man sich aufstellen muss. 50 bis 80 Gäste sind für Fotos optimal. Außerdem lasse ich mich selbst ein- bis zweimal pro Jahr fotografieren, nur um wieder zu spüren, wie es ist, vor der Kamera zu sein.

Welche sind die schlimmsten Fauxpas auf einer Hochzeit?
Wenn jeder versucht mit dem Handy die Hochzeit zu dokumentieren, anstatt sich einfach auf den Moment zu konzentrieren. Wenn die Mutter des Bräutigams versucht, gleichzeitig auf dem Gruppenfoto zu sein und selbst zu fotografieren, das gibt dann ungewöhnliche Fotos.

Was ist unfotogen?
Ehrliche Emotionen sind immer fotogen. A smile never goes out of style.

Wie überbrückt man als Fotograf Erwartungen und Realität?
Ich male mit meiner Kamera ein Bild und versuche den Leuten die Angst vor der Kamera zu nehmen, sage ihnen, was sie besser machen können. Ich mache „Microdirecting“, denn eine kleine Bewegung vor der Kamera macht viel aus.

Sollte man Probefotos machen, so wie Probeessen und Probefrisieren?
Ich treffe die Brautleute vor der Hochzeit mehrmals. Versuche herauszufinden, welche Interessen sie haben, wie sie zusammengekommen sind. Ich finde es wichtig, dass sich das Brautpaar und der Fotograf gut kennen und die Chemie stimmt. Ich empfehle meinen Paaren auch gerne ein Engagement-Shooting. Es ist wie eine Generalprobe und nimmt den Paaren oft die Scheu vor der Kamera. Sie wissen, dass sie sich auf mich verlassen können und sind viel entspannter bei der Hochzeit.

Wer hat Ihre Hochzeit fotografiert?
Die Hochzeitsfotografie wie sie heute existiert, gab es damals noch nicht und war uninteressant für uns. Daher hatten wir keinen Fotografen. Allerdings überlegen wir uns, noch einmal zu heiraten, mit Kindern, Familie, den besten Freunden und unserem Traumfotografen.

Tony Gigov

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