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Interview: Richard Rossmann

01.06.2016

Der Dokumentarfilmer Richard Rossmann aus Saalfelden ist das neue Gesicht für die Kampagne Frames of Life. Die Brillen von Giorgio Armani zieren nicht Gesichter bekannter Berühmtheiten, sondern fünf junger, ganz unterschiedlicher Leute, deren Lebenswelten sich als höchst inspirierend erweisen. Da ist die Foodbloggerin Mimi aus Frankreich, der italienische Ballettstar Damiano, die Rodeo-Reiterin Nicole aus Oregon, der Surfboard-Designer Caner aus Istanbul und eben Richard aus dem Pinzgau. Er führt uns in seine Heimat, in den Schnee, in die Berge, zu den Bauern, er spricht und singt sogar in seinem Pinzgauer Dialekt und weckt mit großer Sorgfalt und Zärtlichkeit das Begehren nach dem Ursprünglichen, Rauen seiner Bergwelt. Was die fünf Testimonials verbindet? Ihre Leidenschaft für ihre Arbeit und ihre Heimat.

Beruf Dokumentarfilmer
Lieblingsfilm Some Like it Hot (von Billy Wilder)
Motto Respekt im gegenseitigen Miteinander
Sein liebstes Filmzitat Nobody’s perfect.


Was war der erste Gedanke, nachdem Sie die Anfrage als Testimonial für die Giorgio Armani Frames-of-Life-Kampagne erhalten haben?
Im August 2015 war ich noch einer von mehreren hundert Vorschlägen. Ich musste Fotos schicken und Texte, in denen ich meinen Heimatbezug in meiner Arbeit schildere. Im November 2015 kam dann der Anruf, dass ich unter den letzten drei Bewerbern bin, und Giorgio Armani selbst hat dann die endgültige Entscheidung getroffen. Das hat mir schon irgendwie getaugt. Lieb fand ich, dass mir die Assistentin meine Produktionsmappe zurückgeschickt hat, mit Armanis Unterschrift darunter.

Wie ging es dann weiter?
Eigentlich wollten sie mit mir in den Französischen Alpen drehen. Aber auch nur, weil sie den Pinzgau nicht kannten. Das war mir aber sehr wichtig, dass ich in meiner Heimat gezeigt werde. Ich habe dann ein paar Fotos vom Kitzsteinhorn und von den Bergen gemacht. Das hat sie schnell überzeugt. Ich habe für das 16-köpfige Team viele Drehorte organisiert.

Zum Beispiel?
Das Wildgehege, das zum Schloss Prielau gehört. Dort haben wir im Jänner frühmorgens eineinhalb Stunden lang im Schnee bei Eiseskälte auf das Wild gewartet. Vergeblich. Am nächsten Tag hatten wir mehr Glück und es sind ein paar tolle Szenen entstanden. Oder der Taxhof und das Schloss Kammer und die Bauern, wo auch ein Teil meines nächsten Dokumentarfilms spielt.

Sie tragen im Featurefilm einen selbstgemachten Strickjanker. Ein zeitloser Klassiker, der sich in die Armani-Ästhetik einfügt. Ist das Bodenständige so etwas wie der neue Luxus?
Ich war immer bodenständig, deswegen stellt sich für mich diese Frage nicht. Aber ich glaube schon, dass es eine Sehnsucht danach gibt. Und es fühlt sich ja auch gut an, wenn du in etwas schlüpfst, das die Großmutter vor 25 Jahren für dich gestrickt hat.

Sie drehen sehr einfühlsame Dokumentarfilme. Mit „Tagaus, tagein“ haben Sie Ihre mittlerweile über hundertjährige Großmutter begleitet, die nach wie vor den Harhamhof bewirtschaftet. In „Max und die anderen“ schildern Sie die sexuelle Selbstverwirklichung dreier Männer in Berlin und deren Leben mit HIV. Derzeit beschäftigen Sie sich mit dem Schnaps Brennen.
Ja, das hat für mich etwas Archaisches. Die Gerüche, die Geselligkeit der Leute, eine Schnapsbrennhütte ist ein wunderbarer Ort. Ich habe Bauern ausgesucht, die das noch ganz traditionell machen. So etwas wie den Vogelbeerschnaps, den bekommst du ja nicht umsonst in den Fünf-Sterne-Hotels in New York als Rarität. Das ist dann fast wie Kaviar serviert zu bekommen. Jeder Bauer hat sein eigenes Obst, von dem er am liebsten redet. Und die Attribute für das Obst sind oft dieselben wie für den Bauern. Diese Liebe zur Arbeit und zum Obst, das ist irrsinnig inspirierend.

Wenn Sie Giorgio Armani eine Frage stellen könnten, was wäre das?
Da gibt es nicht die eine brennende Frage. Ich bin ein observierender Filmemacher. Es geht mir darum, den Menschen zu zeigen, der hinter seinem Tun steckt, den ganzen, komplexen Menschen zu porträtieren.

Haben Sie die anderen Testimonials kennengelernt?
Nein. Wir sind uns nie begegnet.


Hier geht es zur Kampagne Giorgio Armani Frames of Life

 


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