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Interview: Pomellato
01.11.2015

Interview: Pomellato

01.11.2015

Name Anton Heldwein
Beruf Juwelier
Ausbildung Goldschmied und Gemmologe
Familie verheiratet mit Barbara, 6 Kinder
Fährt U-Bahn
Kontakt www.heldwein.at, www.pomellato.com


„Jetzt gibt’s Pomellato endlich auch in Wien!“ Das hörte das Juwelierspaar Anton und Barbara Heldwein immer wieder, seit sie ihre Pomellato-Boutique im Goldenen Quartier eröffneten. Dabei führen sie die Marke längst im eigenen Geschäft – genau genommen seit 25 Jahren. Aufgrund dieser langen Zusammenarbeit machte das italienische Label bei den Heldweins auch eine Ausnahme: Sie dürfen Pomellato parallel zum Flagship auch im eigenen Traditionsjuwelier am Graben führen. Pomellato wurde 1967 von Pino Rabolini gegründet. Seither gilt die Marke als Wegbereiter des Pret-a-Porter-Schmucks.

Bitte drei Eigenschaften zur Erklärung der Schmuckmarke Pomellato!
Feminin, alltagstauglich und chic.

Kürzlich wurde das Testimonial geswitcht: Ist die Pomellato-Frau jetzt eher Tilda Swinton oder Salma Hayak?
Für mich war die Super-Pomellato-Frau Nadja Auermann. Tilda Swinton ist ein extremerer Typ, sie polarisiert und gaukelt den Damen nicht vor, wie sie aussehen müssen. Tilda Swinton hat sicher nicht vom Schmuck abgelenkt. Männer sowieso nicht. Salma Hayek ist ein sehr femininer Typ Frau, da sagt man viel eher „Wow, so möcht ich aussehen“.

Salma Hayek kommt ins Geschäft – was würden Sie sie fragen?
Was ihr Lieblingsschmuckstück von Pomellato ist, sie ist ja die Ehefrau des Ober-Chefs (Kering-CEO François-Henri Pinault, Anm.).

Was bedeutet Tradition für Sie?
Aus dem Vergangenen lernen, Gutes bewahren und Neues entwickeln und damit in die Zukunft schreiten. Tradition ist nicht „das hamma immer schon so g’macht“.

Welches Talent zählt beruflich?
Ich bin Goldschmied, Designer und Gemmologe. Ich kenne mich mit den Edelsteinen aus. Ich habe Ideen und Visionen. Im Kopf ist schnell etwas gebaut, aber dann muss man es in die Tat umsetzen und wissen, was möglich ist. Und was nicht.

Ihr Lieblingsstein?
Immer mehr der Diamant. Ein Stein muss mich begeistern. Ich muss das Feuer, das Leben in ihm sehen.

Weiß oder bunt?
Beides. Die Kombination von Türkis mit Bergkristall aus der Pomellato Capri-Serie finde ich aufregend – auf der einen Seite glitzert’s, auf der anderen nicht.

Sind traditionelle Juweliere konservativ?
Ich glaub nicht, dass die Schmuckbranche etwas was verschlafen hat. Pomellato sah die Zukunft sehr früh in einer Art „ready to wear“-Schmuck, was anfangs neu und vielleicht auch verpönt war. Die Einstellung zu Produkten von der Stange hat sich jedenfalls sehr verändert. Jetzt möchte man ein Kleid oder einen Mantel anprobieren und gleich kaufen und mitnehmen können.

Was schenken Sie zum Hochzeitstag?
Einen Ring.

Ihre Frau freut sich noch über Schmuck?
Ja, sehr! Sie lässt mich auch ab und zu wissen, mit welchem Stück sie eine Freude hätte.

Was ist Ihnen lieb und teuer?
Dass etwas sitzt und passt wie angegossen. Bei mir sind’s meistens die Anzüge von Brioni.

Wie macht man Kunden glücklich?
Nicht unbedingt dadurch, dass man einen lupenreinen Stein oder Schmuck aus 18-karätigem Gold anbietet. Sondern mit Schmuck, der dem Herz gefällt und dem Bauch.

Was macht Wien besonders?
Egal ob auf der Ringstraße, beim Schloss Schönbrunn oder in der Neubaugasse: alle Häuser sind picobello hergerichtet. Die Stadt lebt. Und die U-Bahn ist fertig gebaut.

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