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Interview: David Bennent

22.07.2016

David Bennent bei der Kostümprobe mit Olivera Gajic © Andreas Kolarik

Der Schweizer David Bennent übernimmt im Jedermann die Rolle des Mammon. Eine ungewöhnliche Wahl, wie der Schauspieler selbst findet. Im Interview mit den Salzburger Festspielen spricht Bennent, der als Oskar Matzerath in der Romanverfilmung von Günther Grass´ Blechtrommel einem internationalen Publikum bekannt ist, über Mode, Reichtum und Besitzverhältnisse.

Herr Bennent, Sie spielen in diesem Festspielsommer den Mammon im Jedermann. Wie fühlt es sich an, ein solches Angebot zu bekommen
Ich habe mich zuerst gefreut, mich dann aber gefragt, wie die Salzburger Festspiele auf mich kamen. Wenn man sich die Geschichte vom Jedermann in Salzburg anschaut, haben die Schauspieler, die bis jetzt als Mammon aufgetreten sind, nichts mit mir zu tun. Durch mich bekommt der Mammon eine andere Bedeutung: Ich bin klein, durchtrainiert und repräsentiere dadurch gerade nicht das äußerliche Zeichen des Reichtums und der Üppigkeit. Der Jedermann ist vielseitiger gezeigt worden, mal älter, mal jünger. Beim Mammon gab es nie eine prinzipielle Veränderung. Ich finde es witzig, dass das jetzt mit mir passiert.

Wie stehen Sie persönlich zum Thema Reichtum und Geld?
Der Jedermann sagt zum Mammon: „Du gehörst mir und Du bist mein Ding“ und der Reichtum sagt, „Nein, Du tanzt nach meiner Pfeife“. Aus meiner Sicht gehört der Mensch dem Reichtum und nicht umgekehrt. Was man hat, gehört niemandem. Besitzen ist sehr schön, aber auch belastend. Was ist der Mammon? Im Jedermann sagt er wunderschöne und zarte Sätze. Reichtum muss nicht immer vulgär und habgierig sein. Ich arbeite so viel, dass ich leben kann. Meine Bank wird ganz nervös, wenn sie meine Reserven nicht anlegen darf. Sie denkt, man müsse was draus machen. Ich gebe mein Geld aus und nehme dafür nicht jedes Fernsehspiel an.

 

Was denken Sie, wie sind die Festspiele auf Sie aufmerksam geworden?
Regisseur Julian Crouch hat mich bei einer Arbeit gesehen, die „mir gehört“. Die Lesung „Kurzgeschichten von an Tschechow“ habe ich gestaltet. Ich spielte sie so, wie ich sie mir vorstellte. Obwohl Crouch kein Deutsch spricht, spürte ich, dass er an diesem Theaterabend meinen Kern gesehen hat, wie ich als Schauspieler arbeite und wie ich mit Sprache umgehe. Natürlich freue ich mich sehr darauf, mit ihm zu arbeiten!

Wie könnte er denn sein, Ihr Mammon?
Mich interessiert, wie man mit Sprache umgeht. Wir spielen ja nicht in einem kleinen zarten Theater und man hat die Zuschauer nicht für sich. Aber, ich werde versuchen nicht so laut wie möglich zu sprechen, sondern so leise wie möglich. – In meiner Möglichkeit und so, dass der Besucher in der Reihe ganz hinten auch noch etwas hört. Der Mammon spricht ganz feine Sätze, von einer Zartheit. Wenn man die jetzt in dieser Üppigkeit und Vulgarität des Reichtums brüllt, geht vieles verloren. Ich werde einen zarten, höflichen Mammon spielen. Mit meinen Körpermaßen und wie ich ihn spiele, geschieht ein Bruch, den ich gar nicht spielen muss, weil ich selbst der Bruch bin.

Sie trafen Kostümbildnerin Olivera Gajic zur Anprobe. Haben Sie das Passende gefunden?
Mit meinem Kostüm versuchen wir eine noble Erscheinung zu zeigen und damit die schöne, noble und elegante Seite des Reichtums. Mir fiel spontan Oscar Wilde ein, seine Eleganz. Einfach gut angezogen. Das entspricht mir, denn ich mag Uniformität nicht, zum Beispiel besitze ich keine Jeans. In Griechenland trage ich am liebsten Cordhosen.

© Salzburg Tourismus

© Salzburg Tourismus

Salzburg Tourismus

Alexander McQueen

Alexander McQueen

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Cornelius Obonya & Ensemble Jedermann © Salzburger Festspiele, Karl Forster

Cornelius Obonya & Ensemble Jedermann © Salzburger Festspiele, Karl Forster

© Salzburger Festspiele, Karl Forster

Jedermann Cornelius Obonya & Ensemble

Emporio Armani

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© Salzburg Tourismus

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Etro

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