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Interview: Christina Steinbrecher-Pfandt
19.09.2016
Christian Steinbrecher-Pfandt © viennacontemporary, Elsa Okazaki

Christian Steinbrecher-Pfandt © viennacontemporary, Elsa Okazaki

Interview: Christina Steinbrecher-Pfandt

19.09.2016

Die viennacontemporary ist Österreichs größte internationale Kunstmesse. 112 Galerien aus 28 Ländern vertreten aktuelle Positionen zeitgenössischer Künstler. Eine Gelegenheit, sich mit dem nationalen und internationalen Kunstschaffen im direkten Gespräch mit Galeristen und Künstlern auseinanderzusetzen. Wir haben die künstlerische Leiterin Christina Steinbrecher-Pfandt über das Zusammenspiel von Kunst und Mode befragt.

Beruf Artistic Director viennacontemporary
Ziel Hemmschwellen beim Kunstkauf abzubauen
persönliches Konzentrationstraining wöchentliche Galerienbesuche – erklärt ihrer Tochter Kunst
Mag individuelle Mode und Künstler, die mit ihren Arbeiten Geschichten erzählen

viennacontemporary, 22. – 25.10., Marx-Halle Wien


Ein Teil der viennacontemporary wird wieder Cinema sein, in der diesmal Filme und Videos zum Thema „Me, Myself and I“ österreichischer und internationaler Künstler gezeigt werden. Wie hat sich die Form der Selbstdarstellung in der Kunst verändert?
Die Form der Selbstdarstellung wird immer digitaler. Künstler probieren öfter das bewegte Bild aus, Internetkunst oder Kunstfiguren in sozialen Medien.

Was ist ein Porträt? Und was ist Image? Und lässt bzw. ließ sich das jemals trennen?
Ein Porträt sucht nach Wahrheit, ein Image spielt mit der Wahrheit.

Selbstdarstellung ist der Motor der Mode. Welche Rolle spielt Mode bzw. spielen Modeströmungen im Kunstbetrieb und in der künstlerischen Selbstdarstellung?
Es ist umgekehrt, Modeschöpfer sehen sich in der Kunst um und umgeben sich mit Kunst. Alle Modeschöpfer sind sehr kunstaffin. Künstler sind allesamt Ästheten. Form, Farbe, Material spielen eine tragende Rolle.

Ist Kunst, sind Künstler heute modischer als früher?
Künstler lieben gutes Design und gute Mode. Schon immer. Nicht alle leben diese Neigung aus. In einem Raum kann man Künstler auch durch ihre Kleidung meist erkennen.

Ist der hinter dem Werk zurücktretende Künstler heute überhaupt noch möglich?
Viele Künstler sind keine öffentlichen Personen und suchen die Öffentlichkeit wenn nur durch Ihre Werke. Grundsätzlich, ist es spannend, dass Dialoge mit Künstlern gesucht und publik werden. Es gibt so viel Konformität und politische Korrektheit deshalb bekommen spannende Äußerungen viel Resonanz.

Mode und Kunst haben sich in den vergangenen Jahren immer stärker angenähert. Wo sehen Sie in Wien spannende Entwicklungen/Synergien?
Zwei gute Beispiele: Petar Petrov ist ein Modemacher, der sich mit Kunst beschäftigt und mit vielen befreundet ist. Auch Arthur Arbesser lebt nahe der Kunst.

Gibt es Künstler auf der viennacontemporary, die sich speziell mit dem Thema Mode auseinandersetzen?
Ein gutes Beispiel ist Pavel Pepperstein, er hat gerade eine Kollektion rausgebracht.

Sie legen den Fokus auf Albanien und Ex-Jugoslawien. Was beschäftigt Künstler dort aktuell am meisten?
Es ist wie eine satirisch ironische Auseinandersetzung mit den Geschehnissen in ihrer Region. Sehr intelligent und gut gemacht.

Die österreichische Kunstszene im internationalen Vergleich? In zwei Sätzen: Wie werden wir wahrgenommen?
Wir sind der neue Stern im internationalen Kunsthimmel.
Wien wird zum Ort, an dem keiner vorbeikommt.

 

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