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Insider Paris: Harry Halim
02.10.2015
(c) Harry Halim

(c) Harry Halim

Insider Paris: Harry Halim

02.10.2015

Leicht düster, gleichzeitig sexy und elegant. Mit dunkler Romantik und außergewöhnlichen Schnitten eroberte Harry Halim die Modewelt. 2008 siedelte er von Singapur nach Paris. 2010 debütierte er als erster, indonesischer Designer auf der Pariser Fashion Week. Hier verrät er seine Tipps.


Das Vorbild Ihrer Herbst-/Winterkollektion 2015 war Bram Stokers dunkler Roman “Dracula”. Was sind die Must-Have-Pieces?
Die Stoker-Kollektion zeigt eine Variation der Blutfarben schwarz, tiefrot und navy. Dunkle Schönheit und Sinnlichkeit sind Wiedererkennungsmerkmale aller meiner Entwürfe. Die verführerische Vision von Dracula, gepaart mit einer spätviktorianischen Vorstellung von Zukunft, bringt neuen Elan in dieses Konzept. Must-Haves sind die Bomberjacke mit ausgeschnittenen Fledermausflügeln und das Cordelia Smoking-Kleid.
Harry Halim

Welche Modetrends beobachten Sie auf Pariser Straßen?
Ich mag stilvolle Frauen, von denen es aber außer bei der Fashion Week viel zu wenige gibt. Die meisten sind lässig angezogen, was ich langweilig finde. Trends folge ich aber ohnehin nicht. Viel wichtiger ist es, eigene Trends zu kreieren, denen andere folgen.

Sie kamen vor knapp acht Jahren nach Paris. Wie hat sich die Modeszene seither verändert?
Es gibt immer mehr konzeptionelle Boutiquen, Cafés und Bars. Leider ist der Großteil der Menschen dennoch nicht abenteuerlich genug, etwas zu tragen, was von der Norm abweicht. Man würde “anders” aussehen oder angestarrt und ausgelacht werden. In Japan oder Hongkong sind die Menschen viel inspirierender angezogen. Dort ist es normal, dass jemand auf der Straße oder in der U-Bahn ein Laufstegteil trägt.

Sie haben Fotografie und Grafikdesign studiert. Wo in Paris genießen Sie Kunst?
Die Auswahl an Galerien in Paris ist riesig. Zuletzt war ich im Palais de Tokyo.
Palais de Tokyo, 13 Avenue du Président Wilson

In welches elegante Restaurant sollten wir ein Harry Halim-Kleid ausführen?
Dazu braucht es zwar kein elegantes Restaurant, aber die schönsten sind das L’Ambroisie und das Epicure im Hotel Bristol.
L’Ambroisie, 9 Place des Vosges

Wo in Paris entsteht gerade ein neues Kreativviertel? Wo siedelt sich die Modeszene verstärkt an?
In der Rue du Faubourg-Saint-Denis im 10. Arrondissement. Wo früher Drogendealer und Prostituierte unterwegs waren, hängen nun die Hipster ab.

Was sind die Fixstationen auf einem Shoppingtrip durch Paris?
Für Kleidung die Stores von L’Eclaireur, für Vintagemöbel der Marché aux puces.
L’Eclaireur, 40 rue de Sévigné, Paris 03

An welchen Ort in Paris würden Sie immer wieder zurückkehren?
In das Louvre Museum. Es ist für mich mit all den Kunstwerken immer noch die größte Inspirationsquelle der Stadt. Bei jedem Besuch entdecke ich neue Kunst, die mich inspiriert.
Louvre, 99 rue de Rivoli

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