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Interview: Praline Le Moult
07.06.2016
Praline Le Moult (c) Maria Ziegelbäck

Praline Le Moult (c) Maria Ziegelbäck

Interview: Praline Le Moult

07.06.2016

Eugène Le Moult war Schmetterlingsjäger und Abenteurer, seine Ururenkelin Praline lässt in ihrer Nachtwäsche seine Geschichten auferstehen. P. Le Moult heißt ihr Wiener Label, das handbedruckte Baumwollpyjamas für urbane Abenteurer bereithält. Erhältlich auch bei Lederleitner Home.


Welche neuen Projekte sind bei P. Le Moult in Arbeit?
Wir planen eine Europatournee, ein bisschen so wie eine Rockband. Aber in unserem Fall zeigen wir Pyjamas und Schmetterlinge in einer Ausstellung namens „Devil’s Island“. Wir haben das in Wien bereits vor ein paar Wochen ausprobiert: mit dem entomologischen Kabinett meines Ururgroßvaters, dem Dschungel in einem Zelt, Mannequins aus Schmetterlingsnetz…ein echtes Abenteuer, das wir auch mit anderen Städten teilen möchten, um die Marke zu repräsentieren.

Der beste Ort, um in Wien ein Abenteuer zu erleben?
Man kann im Naturhistorischen Museum campen, eine nächtliche Tour buchen, Licht aus. Man darf seine Taschenlampe und einen Schlafsack mitnehmen – und ich nehme an, den Liebhaber auch. Gruselig und romantisch zugleich!

Drei Tricks, um im Wiener Großstadtdschungel zu überleben?
1. Eine vernünftige Gruppe an Freunden, um durch die langen Winternächte zu kommen
2. Ein präzises Gespür für den Wiener Humor
3. Ein gutes Gefühl für Zeitlosigkeit, weil wenn man zu Fuß durch die Stadt geht, reist man ins 19. Jahrhundert und wieder zurück in die Zukunft

Wo in Wien sind die Menschen „très chic“?
„Très chic“ bedeutet im Französischen auch nett, freundlich und elegant von innen und außen. Wien hat eine gute Anzahl an solchen Menschen, die man an den ungewöhnlichsten Orten trifft. Etwa wenn man sich am Karmelitermarkt anstellt, um Blumen zu kaufen. Oder sich nach einem guten Essen im Skopik & Lohn die Hände wäscht.

Welches Möbelstück übersiedeln Sie in jedes Zuhause?
Einen Block mit 30 Holzschubladen aus einer alten Garage, den meine Mutter zu ihrem 30. Geburtstag (und meiner Geburt) geschenkt bekam und den sie mir vor ein paar Jahren weitergab. Obwohl er sehr schwer ist, kam er mit mir nach Wien und fungierte bei unserer jüngsten Ausstellung als Ladentisch. Er ist nicht nur praktisch, um Dinge zu verstauen, sondern schafft auch eine gute Atmosphäre, wo immer er ist.

Das letzte Bild, das Sie an die Wand gehängt haben?
Ein Blue Morpho, der Lieblingsschmetterling meines Ururgroßvaters (er schrieb Bücher über sie) in einer klassischen Schmetterlingsbox, geheftet auf einen Print aus unserer aktuellen „Transatlantic“-Kollektion.

Der beste Ort, um in Wien geküsst zu werden?
Das Schmetterlingshaus im Burggarten, wenn es schneit oder regnet.

Ihr Aufwachritual?
Tief einatmen, tief ausatmen, die Familie umarmen, ein warmes Getränk.

Worauf sind Sie stolz?
Auf die mehrfarbigen Augen meines Sohnes.

Wie machen Sie die Welt zu einem besseren Ort?
Indem ich versuche, in Momenten von Stress und Konflikten ruhig zu bleiben. Indem ich Menschen mit unterschiedlicher Herkunft freundlich und neutral begegne. Indem ich ehrlich zu mir selbst bin, um ehrlich zu anderen sein zu können. Indem ich nicht an Gewinn denke, wenn ich etwas tue, sondern frei handle, für die Schönheit der Sache. Indem ich Schmetterlinge züchte, anstatt sie zu töten.

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