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Ein Blick in die Ateliers von Etro
14.03.2016
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Ein Blick in die Ateliers von Etro

14.03.2016

Das Familienunternehmen Etro ist berühmt für seine Paisleymuster. Dessen Spuren finden sich bereits in der Hochblüte Mesopotamiens und wurden zum Markenzeichen des 1983 gegründeten Labels. Wir schauen Spross Kean Etro bei der Arbeit über die Schulter.


Von ihren Reisen nach Indien brachten Gerolamo und Roberta Etro 1968 die Idee nach Hause, eine Stofffirma zu gründen, die Kaschmir, Seide, Leinen und Baumwollstoffe in außergewöhnlichen Farb- und Musterkombinationen herstellt. Ihre Kinder Veronica, Jacopo, Kean und Ippolito führen heute das Lifestyleimperium mit einer Damen- und Herrenlinie, Parfums, Stoffen, Homewear und -accessoires. Veronica Etro ist für die Damenkollektionen verantwortlich, Kean kümmert sich um die Männer. Uns gewährt er Einblick in seinen Kreativprozess.

Hand Painted Tailoring

Gerade hat er eine schlummernde Künstlerkolonie in Como wiederbelebt. Er ließ die Künstler die Oberflächen der bereits fertig geschneiderten Hemden und Anzüge handbemalen und nennt diesen Vorgang „Hand Painted Tailoring“ – handbemalte Schneiderkunst. In mehreren Schichten werden die Farben beinahe Ton in Ton auf Hemden, Kord- oder Samtsakkos aufgetragen. Davor werden mehrere Farbproben auf Stoffstücken gemacht, um die Farbmischung und Fixierung auf dem Material zu testen. Designbögen werden im richtigen Winkel und an zuvor festgelegten Stellen für die Grundierung des Musters angebracht. Dann werden mit vielen winzigen Pinselstrichen und in vielen zarten Nuancen und unzähligen Lagen die Schattierungen des Musters herausgearbeitet.

Das Aufmalen ist eine aufwendige Prozedur. Dadurch entsteht so etwas wie der Trompe-l´œil-Effekt wie etwa in den großen italienischen Palazzi, von deren Deckenfresken sich Kean Etro gerne inspirieren lässt. Die Drucke erscheinen und verschwinden auf den Kleidungsstücken wie eine Art illusionistischer Trick. Es wirkt, als wirbelten die gemalten Paisleyblüten und -blätter auf den Schultern und Ärmeln der Jacken herum, bevor sie sich wieder in Luft aufzulösen scheinen. Zu sehen in der letzten Winterkollektion für Männer.

Circle of Poets

Bevor Kean Etro sich an seine Entwürfe mache, erzählt er in einem Interview für den World Fashion Channel, meditiere er. Er mache sich zuerst leer, wie ein Gefäß, um sich danach über alle Sinne mit Eindrücken zu füllen – was er fühlt, reicht, sieht, berührt, fließt in seine Entwürfe ein. Er interessiert sich für Ethnologie, Anthropologie und Ethnographie und er sammelt Bücher. Seine antiquarische Büchersammlung umfasst inzwischen 15.000 Bände.

Dass Kunst eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für Mode ist, weiß er ziemlich genau. Und deshalb rief er kürzlich den „Circle of Poets“ ins Leben. Nach dem Vorbild der „Scapigliatura“-Bewegung im 19. Jahrhundert, die in Mailand und der Lombardei agierte, bündelt Etro die kreative Energie junger, aufstrebender Künstler. Etro wählte elf Künstler und Kreative aus unterschiedlichen Disziplinen aus und fördert ihren Austausch. Neben den traditionellen Künsten wie Literatur, Musik und Malerei erweiterte er aber das Feld um Photographen, Videokünstler, Designer und einen Tatookünstler. Auf der Etro-Homepage können die Künstlerporträts abgerufen werden. Geht es nach Etro soll der „Circle of Poets“ weltumspannend werden.

Blick in die ETRO-WERKSTÄTTEN 

Zum Circle of Poets


Die Handwerkskunst, die Leidenschaft, der Perfektionismus, die Unternehmenswerte – das sind doch die wesentlichen Kriterien, die die Begehrlichkeit von Marken ausmachen. Mitten im Geschehen kann man das am besten spüren. Wir besuchen die Labels aus dem Goldenen Quartier in ihren Ateliers und dürfen den Kreativen dort über die Schultern blicken. 

Teil 3 der Serie: Etro.


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