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Das große Finale in Paris

06.10.2016

Dior © Adrien Dirand

So wenig spektakulär die Fashion Weeks in New York begonnen hatten, so überraschend, humorvoll, bunt wurden sie dann doch noch in Mailand und Paris. Neben der Transparenz fällt vor allem der Pyjamastyle (Etro, Emporio Armani) und die neue, durchaus provokante Bürgerlichkeit (etwa bei Louis Vuitton, Lanvin, Balenciaga) ins Auge. Mehrere Debüts (bei Saint Laurent, Dior und Lanvin) wurden mit Spannung erwartet, das Thema see now, buy now, das in der Branche für großen Wirbel gesorgt hatte, geriet plötzlich wieder ins Hintertreffen. Es könnte an den Kollektionen liegen, von denen viele so etwas wie eine neue Zeitlosigkeit beschworen. Also: see now, buy later, wear forever? 

Valentino
Ein halbes Debut gab im Hause Valentino. Die Modewelt fragte sich, ob Pierpaolo Piccioli so begeisternde Kollektionen auch nach Maria Grazia Chiuris Wechsel zu Dior schaffen würde? So dramatisch wie die Musik wirkt, mit der die Maison ihre Fashion Week-Instagramfilmchen unterlegt hat, war es definitiv nicht: Man war sich schnell einig. Piccioli kann das auch alleine ziemlich gut.

Dior
Zwar eröffnete Chiuri die Show im Musée Rodin mit Ruth Bell, jenem Model, das für sein raspelkurz geschnittenes Haar berühmt wurde, und steckte es in eine weiße Knickerbockerhose und Fechtjacke, aber sie verließ sich auch auf jene Dinge, die sie kann. Und so kamen romantische, zarte Elemente mehr und mehr zum Vorschein, in der bevorzugten Farbe Weiß, so weiß wie Rodins Skulpturen, möchte man hinzufügen. Dazu bequeme Schuhe und die Rückkehr zum Labelling. Christian Dior konnte man auf Trägern und Blusenrändern lesen und auf manchem T-Shirt wurde es politisch: „We all should be feminists“, ließ Chiuri verlauten.

Emporio Armani
Nach 18 Jahren präsentierte Giorgio Armani erstmals wieder in Paris. Zur Eröffnung seines neuen Stores mitten in der Stadt. Geistig reiste er bei seinen Entwürfen wohl nach Indien und brachte Elefanten als Stickereien, gedruckte Bordüren und weiche Seidenstoffe mit. Und die Pyjamahose. Er prognostiziert uns einen bequemen Sommer in der Stadt.

 

Louis Vuitton
Nicholas Ghesquière präsentierte seine Sommervisionen diesmal nicht im Glaspalast der Fondation Louis Vuitton, sondern in einem neuen Zuhause der Maison: im Place Vendôme Flagshipstore, der 2017 eröffnet werden soll. Die Kollektion ist eine Neuorientierung des Designers, weg von den Future Heroines der vergangenen Saisonen, was sich eigentlich schon im sportiven Thema der Cruise Collection in Rio de Janeiro angekündigt hat. Mit gewagten Cutouts im Blazer – unter der Achsel – und wallenden Kleidern ruft er eine neue Bürgerlichkeit aus, man könnte es auch Hot Bourgoisie nennen.

Chanel
Karl Lagerfeld verwandelte das für die Weltausstellung 1900 errichtete Grand Palais in ein riesiges Rechenzentrum. Man befand sich sozusagen im Magen von Facebook. Eröffnet wurde die Show – zumindest wurde es so kolportiert – von Daria Werbowy und Cara Delevingne. Die beiden steckten in traditionell schwarzen und weißen Tweedkostümen, unkenntlich gemacht durch Roboterköpfe, die Lagerfeld ihnen übergestülpt hatte. Die Damen waren wohl unterwegs in die Zukunft. Und dann folgte die Transformation der Chanel-Jacke. Eine Verjüngungskur in knalligem Facebookblau und Neon-Farben, tauglich für die Fahrt auf dem Social Media-Datenhighway samt Baseballcap und seitlich getragenem Pferdeschwanz. Kaugummi kauen nicht vergessen!

Miu Miu
An den Strand! Miuccia Prada tauscht die Matrosenhüte der vergangenen Kollektion gegen Badekappen wie sie unsere Großmütter zu tragen pflegten. Was bisher ausschließlich Privatiers vorbehalten war, nämlich den ganzen Tag im Morgenmantel zuzubringen, ist nun Streetstyle. Warum nicht auch einmal im gut geschnittenen Bademantel durch die Stadt flanieren? Dazu ein geblümtes Hauskleid, wie es ebenfalls schon ein paar Generationen lang nicht mehr getragen wurde, Badehaube auf und Lippenstift dazu. Voilà! Genauso fröhlich stellen wir uns den Sommer vor!

 

Dior

Dior

Dior

Paris Fashon Week SS17

Chanel

Chanel

Chanel

Paris Fashon Week SS17

Chanel

Chanel

Chanel

Paris Fashon Week SS17

Emporio Armani

Emporio Armani

Emporio Armani

Paris Fashon Week SS17

Valentino

Valentino

Valentino

Paris Fashon Week SS17

Elie Saab

Elie Saab

Elie Saab

Paris Fashon Week SS17

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