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Chapeau! Hut ab im Wien Museum
26.07.2016

Chapeau! Hut ab im Wien Museum

26.07.2016

Kalabreser, Kippa, Kapperl. Das Wien Museum erzählt in seiner aktuellen Ausstellung, einer der letzten vor dem geplanten Umbau, ein beeindruckendes Stück Sozial- und Kulturgeschichte. Kopfbedeckungen waren im Laufe der Geschichte nie bloß modischer Ausdruck, sondern stets auch Mittel, Gruppenzugehörigkeit oder Schichtzugehörigkeit zu symbolisieren. Der Kalabreser wurde 1848, im Gegensatz zum Zylinder des Bürgertums, als Revolutionshut getragen, im Ständestaat grenzten sich die Arbeiter mittels Schiebermütze von den Steirerhutträgern ab.

Marxistische Studentinnen und Studenten trugen in den 70er Jahren Barett, wie das ihr Vorbild Che Guevara tat. Doch wo ist der Unterschied zur Baskenmütze, die in Frankreich 1940 als Zeichen des Widerstands galt? Diese historischen Fragen und in diesem Zusammenhang die Entwicklung Wiens in sozialer wie auch politischer Hinsicht greift die Ausstellung auf und trägt sie am Zeitstrahl entlang, vom 19. Jahrhundert in die Gegenwart. Dass Kopfbedeckungen als Symbol nichts an Bedeutung verloren haben, lässt sich an der Kopftuchfrage ausmachen, auch heute spalten sich daran die politischen Lager.

Unterstützt werden Anekdoten aus der Stadt- und Modegeschichte durch einzigartige Exponate, die nicht von ungefähr im Wien Museum schlummern, denn Wien war stets eine Hutstadt. Noch heute gibt es mit der Manufaktur Mühlbauer oder dem Hutsalon Szazsi Handwerksbetriebe, die anderswo längst ausgestorben sind. Dazu kommt, dass die Modeschule Hetzendorf als letzte im deutschsprachigen Raum Modisten (Hutdesigner) ausbildet. Hut ab!


Chapeau! Eine Sozialgeschichte des bedeckten Kopfes.
Wien Museum
bis 30.10.2016

www.wienmuseum.at


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