Menü
Brioni holt Justin O’Shea
21.05.2016
Justin O'Shea / Brioni

Justin O'Shea / Brioni

Brioni holt Justin O’Shea

21.05.2016

Es ist eine eher außergewöhnliche Entscheidung gewesen, als bei Brioni die Wahl auf den gebürtigen Australier Justin O’Shea als neuen Kreativdirektor fiel. Er tritt die Nachfolge von Brendan Mullane an, der erst im Februar zurückgetreten war. Spannend ist, dass O’Shea als Designer bisher überhaupt nicht von sich reden gemacht hat. Er hat nämlich auch noch nie etwas entworfen. Er machte als Chefeinkäufer bei der Luxus-Onlineplattform Mytheresa.com von sich reden. „Wir sind keine Modemarke“, wie Brioni-Chef Gianluca Flore der New York Times den ungewöhnlichen Schritt erklärt, „also müssen wir Mode auch nicht nachmachen. Wir sind eine Stil-Marke, das heißt, wir richten uns nach den Kunden.“

Die erste Neuerung bei Brioni ließ nicht lang auf sich warten: Der italienische Luxusschneider wird, wie schon manch andere Häuser auch, die Männer Fashion Week in Mailand schwänzen, und sich stattdessen lieber am 4. Juli in Paris während der Haute-Couture-Schauen mit O’Sheas erster Show unter die Frauen mischen. Und natürlich wird es, dem neuen Zeitgeist entsprechend, ein paar „Special-runway-looks“ als „Pret-a-couture“ direkt nach den Shows zu kaufen geben.

3 Dinge, die man unbedingt über Justin O’Shea wissen muss

  1. O’Shea wurde im australischen Outback geboren. Eigentlich wollte er Rugby- oder Hockeyspieler werden, überwarf sich aber mit seinem Coach, und heuerte im Shop eines Freundes an.
  2. Über 80.000 Menschen folgen O’Shea bei Instagram. Seit O’Shea die Modebühne betreten hat, sind Vollbärte, Tattoos und Massanzüge keine Widersprüche mehr. Kein Wunder, dass er auf den Fashion Weeks schon längst zu den Lieblingsmotiven der Street-Style-Fotografen zählt. Seine Fähigkeit zur Selbstvermarktung, die heute zum Anforderungsprofil von Kreativdirektoren dazugehört, hat er jedenfalls bereits unter Beweis gestellt. Nicht zuletzt durch seine als Bloggerin erfolgreiche Freundin Veronika Heilbrunner.
  3. O’Shea lebt (noch) in Berlin-Charlottenburg. Er sagt: „Mir ist es eigentlich total egal, was ich verkaufe. Ich will einfach immer besser sein als die anderen.“ Vermutlich wäre auch ein Rugby-Star aus ihm geworden. Aber über diese vertane Chance muss sich sein ehemaliger Coach jetzt grämen.
Teilen

Ich stimme zu, dass diese Seite Cookies für Analysen verwendet.