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Ein Blick in die Ateliers von Church’s
02.04.2016
Church's

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Ein Blick in die Ateliers von Church’s

02.04.2016

250 Arbeitsschritte und acht Wochen Produktionszeit trennen den Fuß vom handgenähten Rahmenschuh. Wer sich für ein Paar Church’s entscheidet, trifft eine Entscheidung fürs Leben. So lautet das Credo der Schuhmanufaktur Church’s im englischen Northampton.


Manche Gentlemen bringen noch die vom Vater geerbten Schuhe zum Auffrischen vorbei. Bis zu 500 Paare finden wöchentlich ihren Weg aus der ganzen Welt zurück in die malerische, zwischen viktorianische Hausreihen eingeklemmte Manufaktur. Rahmengenähte, von Hand produzierte Schuhe lassen sich in ihre Einzelteile zerlegen und neu aufbauen. Das übergeordnete Prinzip ist Qualität. Northampton hat schließlich einen Ruf als Schuhmekka zu verlieren.

Das von Thomas Church 1873 gegründete Unternehmen ist ganz dem klassischen, englischen Design verpflichtet. Brogues, Monks, Oxfords oder Derbys, mit diesen Schuhen kann man nichts falsch machen. Auch wenn die Entwürfe, seit das Unternehmen von Prada übernommen wurde, nun etwas verspielter aus Italien daherkommen, bleiben sie dennoch zeitlose, englische Klassiker.

Stützen der Gesellschaft

In der Lederabteilung liegen in hohen Regalen die verschiedenen Lederarten, meistens Kalbs-, seltener Rindsleder, für Spezialanfertigungen auch Krokodil oder Pferd aus Zuchten. Die Lederteile werden zugeschnitten, gestanzt und dann zum Schaft vernäht. Vorlagen oder Linien gibt es nicht, die Frauen, die hier nähen, tun das mit freiem Auge. Mit „The Adaptable“ landete Thomas Church einst einen Coup: er produzierte einen rechten und einen linken Schuh. Bis dahin bestand ein Paar bei den meisten Marken aus zwei gleich geformten Schuhen.

In einer anderen Abteilung wird gehämmert und geschliffen, der Schuh wird um den Leisten aufgebaut und der Schaft darüber gestülpt. Die Leisten gibt es übrigens für schmale bis breite Füße, für flachen oder hohen Rist. Davor war der handgenähte Schaft übrigens noch in der Sauna, unter Dampf wird das Leder geschmeidig gemacht. Das Wichtigste, der Rahmen, ist das Verbindungsstück zwischen Schaft und Sohle. Beides wird dort mit einem Lederband vernäht. Das passiert auf Jahrzehnte alten Goodyear-Maschinen, die längst nicht mehr hergestellt werden. Man hat sich mit Ersatzteilen eingedeckt und beschäftigt Ingenieure, die sich nur um den Erhalt der vom Sohn des amerikanischen Reifenherstellers entwickelten Geräte kümmern.

Ein federnde Korkzwischenschicht sorgt für Komfort, der Absatz wird in mehreren Schichten aufgebaut. Am Schluss wird der Leisten wird entfernt. Das aufwändige Finish dauert bis zu eineinhalb Stunden. Da werden Bienenwachs und Creme eingearbeitet, bis der Schuh die gewünschte Farbe hat. Jede Woche treten rund 5000 Paar Schuhe ihre Reise in die ganze Welt an.


Die Handwerkskunst, die Leidenschaft, der Perfektionismus, die Unternehmenswerte – das sind doch die wesentlichen Kriterien, die die Begehrlichkeit von Marken ausmachen. Mitten im Geschehen kann man das am besten spüren. Wir besuchen die Labels aus dem Goldenen Quartier in ihren Ateliers und dürfen den Kreativen dort über die Schultern blicken. 

Teil 4 der Serie: Church’s.


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