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Ein Blick ins Atelier von Pomellato
28.01.2016
(c) Pomellato

(c) Pomellato

(c) Pomellato

(c) Pomellato

(c) Pomellato

(c) Pomellato

(c) Pomellato

(c) Pomellato

(c) Pomellato

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(c) Pomellato

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(c) Pomellato

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(c) Pomellato

(c) Pomellato

Ein Blick ins Atelier von Pomellato

28.01.2016

Pomellato hat den Begriff Prêt-à-porter-Schmuck erfunden, Mitte des vergangenen Jahrhunderts noch undenkbar, heute State of the Art. Welcher Aufwand damit verbunden ist, wird beim Blick in das Atelier des Unternehmens klar.


Wenn die Designabteilung über neuen Entwürfen tüftelt, gilt es weit mehr als nur die Schönheit zu bedenken: Das Gewicht, den Tragekomfort, wie liegt der Schmuck auf der Haut, wie wirkt er, wenn er bewegt wird? Und neben dem Design geht es auch um Wertigkeit und Preis. Denn der Arbeitsaufwand muss im Verhältnis zum Materialpreis stehen.

Das Atelier von Pomellato liegt im Herzen der Modemetropole Mailand. Und hier ist alles unter einem Dach. In einer von Trennwänden durchzogenen Halle gibt es bunt und individuell gestaltete Arbeitsplätze, und die Schmuckstücke wandern von einem zum andern. Vom Wachsmodell über den kleinen Verschluss bis zum Cocktailring wird hier alles gefertigt – Teile, die gegossen, zusammengelötet, gesäubert und geschliffen werden. Schließlich werden die Steine eingefasst und die Stücke poliert und ganz zum Schluss kommt noch eine Punze in das fertige Stück: der Pomellato-Schriftzug als Signatur. Auch das war vor Pomellato noch recht ungewöhnlich: dass ein Schmuckstück ein Label besaß. Die bunten, großen Steine mit dem besonderen Schliff wurden zum Markenzeichen des 1967 von Pino Rabolini in Mailand gegründeten Ateliers – mit dem Anspruch, trotzdem den ganzen Tag tragetauglich zu sein. Üblich war einst, den auffälligeren Schmuck erst abends anzulegen.

Die Seele von Pomellato ist bunt

Der Steinsetzer sitzt vor der riesengroß aufgezeichneten Skizze des Rings. Zehn Steine pro Stunde setzt er ein. Manchmal sind es bis zu 170 Steine pro Schmuckstück. In der Steinabteilung werden 150.000 Farbsteine pro Jahr unter die Lupe genommen. Bei den Diamanten begnügt sich Pomellato mit stichprobenartiger Kontrolle. Die Lupenreinen überlässt man der Konkurrenz, denn die Seele von Pomellato ist bunt. Zehn Mitarbeiter begutachten akribisch jeden bunten Stein, der für die Kollektionen Nudo, Capri oder Bahia verarbeitet wird. Diamanten sind nur Beiwerk, Rahmen für die Amethyste, Quarze, Topase, die zu den begehrten, farbenprächtigen Schmuckstücken werden.
Im Tresor stapeln sich bunte Rohsteinbrocken in allen Nuancen. Sie sind das Back-up für Zeiten, in denen es keinen den Qualitätskriterien entsprechenden Nachschub auf dem Edelsteinmarkt gibt.

Auf Samt gebettet liegen die Farbskalen für die Nudoringe, eine für Rot-, für Blau-, für Gelb-, für Violetttöne, innerhalb derer sich die Nuancen befinden dürfen. In Qualität und Farbton praktisch idente Steine für 40 bis 50 Ringe einer Serie zu finden, gleicht der Suche nach Trüffeln, denn die Natur liefert nicht auf Bestellung. Drei Gemmologen sind nur damit beschäftigt, auf dem Weltmarkt bei den Steinschleifern Edelsteine für die Produktion aufzutreiben. Die Steine für die Kollektionen in der charakteristischen, unregelmäßigen Facettierung, die den berühmten Nudo-Schliff ausmacht, werden zu 95 Prozent zugekauft. Passt ein Stein nicht, wird die Facettierung zerstört, damit er nicht als Fake auf dem Markt landet, und der Stein wird zurückgeschickt.

Experimentierfreude

Begonnen hat Pomellato eigentlich mit Diamanten, Gold und ab und zu einem Granaten. Die bunten Steine kamen erst in den Neunzigern dazu. Heute kommen auch Materialien wie Gagat, also fossiles, schwarzes Holz, auch Jet oder fälschlicherweise Schwarzer Bernstein genannt, dazu. In der Victoria-Kollektion wird Gagat mit Roségold kombiniert. Das Gold wird in Gipsformen gegossen, der Gagat wie eine Laubsägearbeit geschnitzt. Andere Versuche, wie Gold und Titan zu kombinieren oder Mammutzähne zu verarbeiten, scheiterten bislang, doch die Experimentierfreude ist ungebrochen. Woran derzeit gearbeitet wird, darüber wird natürlich geschwiegen.


Die Handwerkskunst, die Leidenschaft, der Perfektionismus, die Unternehmenswerte – das sind doch die wesentlichen Kriterien, die die Begehrlichkeit von Marken ausmachen. Mitten im Geschehen kann man das am besten spüren. Wir besuchen die Labels aus dem Goldenen Quartier in ihren Ateliers und dürfen den Kreativen dort über die Schultern blicken.

Teil 1 der Serie: Pomellato.


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