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Interview: Andreas Waldschütz
22.03.2016
Andreas Waldschütz

Andreas Waldschütz

Interview: Andreas Waldschütz

22.03.2016

Der Filmemacher und Fotograf ist Autodidakt und Quergeist. Er mischt unverblümt Analoges mit Digitalem und sieht seine Mission in Bildern, die mehr als nur eine schöne Geschichte erzählen. Fotografiert hat er schon ziemlich alle für alles: Von Adrien Brody bis Cid Rim für das „Presse“- Schaufenster bis zur italienischen Vogue – und jetzt das Keylooks-Shooting für das Goldene Quartier. Er pendelt zwischen Wien und Berlin, wo er überwiegend lebt, weil dort einfach alle Bands spielen, die er hören will. Nach Wien verirren sich für seinen Geschmack zu wenige Musiker. Darüber hinaus spielt er selbst Schlagzeug, dreht Musikvideos und sucht regelmäßig seinen kanadischen Schamanen auf. Mit dem geht er in die Sauna und schwitzt dort lachend alles raus. Überhaupt vermisst er zusehends den Humor. Aber der Mann hat ja gut lachen – so entspannt wie er ist. Wir haben ihn zum Wordrap aufgefordert. Auch das hat ihn nicht aus der Ruhe gebracht.

Beruf Fotograf
Lebt in Wien und Berlin
Hört Radio Arabella


„Bin ein Riesenschlagerfan!“

Lieblingsort zwischen Wien, wo Sie herkommen, und Berlin, wo Sie leben?
Schnell, Lieblingsort, ich bin ja so ein verkopfter… ähm, Lieblingsort… ich sag mal, Alte Donau.

Was bringen Sie aus Wien nach Berlin mit?
Meinen Charme.

Was importieren Sie aus Berlin nach Wien?
Nicht viel.

Käsekrainer oder Currywurst?
Käsekrainer.

Aida oder Landtmann?
Aida.

Schach oder Backgammon?
Schach.

Lieblingsdesigner?
Rick Owens. Weil ausgefallen, die Lagen, das Weite, das mag ich gern.

Welches Kleidungsstück haben Sie zuletzt gespendet?
Gespendet hab ich eine Jacke. Von Adidas.

Für wen geben Sie Ihr letztes Hemd?
Für meine Frau.

Ihre persönliche Fashionikone?
Puh. Wen find ich denn cool? Da gibt´s einige, ich bin sehr spontan, offensichtlich, das ist Wahnsinn…Fashionikone…(denkt nach). Puh. Das ist echt eine schwere Frage… Vivienne Westwood.

Stylischster Wiener Stadtbewohner?
(lacht) Stylischster?! Puh…(denkt sehr nach)…da müsst´ ich jetzt fast mit Adia Trischler antworten. Ja, auf jeden Fall, Adia. (Stylistin, Anm.)

Der in Ihren Augen ästhetischste Film?
The Holy Mountain (Bildgewaltiges Fantasy/Drama des chilenischen Regisseurs Alejandro Jodorowsky, 1973, das gänzlich abseits aller Sehgewohnheiten agiert, Anm.)

Ihr Lieblingsobjekt?
Ich hab so viele…(denkt nach)…ich sag jetzt mal…(überlegt) …(geht wirklich in sich, dann:) ihr schneidet´s das eh zusammen, nicht dass das dann 50 Minuten lang wird, das Ding,…ähm …kann man auch eine Frage skippen?

Ja.
Skip.

Was lässt sich mit der Kamera nicht einfangen?
Liebe.

Welchen großen Moment haben Sie mit der Kamera verpasst?
Es gibt so viele tolle Momente, auf der anderen Seite mag ich es ja, nicht alles festzuhalten, das ist alles (tippt sich an die Stirn) da im Kopf gespeichert… vielleicht, Lenny Kravitz nicht eingefangen zu haben, mit meiner Kamera, das wäre ein großer Moment gewesen.

Bei welcher Gelegenheit war das?
Das war auf der Straße, wenn man an gewissen Orten ist, dann geht der da einfach auf der Straße und du denkst: äh…Kamera nicht dabei.

Was macht Sie beim Fotografieren nervös?
Nichts.

Sie drehen auch Musikvideos wie für den Acid-Jazz-Rapper Shamon Cassette und fotografieren Musiker wie Anna F. Jetzt haben Sie die Wahl: Schlager- oder Marschmusik?
Schlager! Ganz klar. Bin ein Riesenschlagerfan!

Speziell?
Es gibt viele. Ich bin aufgewachsen in der Küche meiner Oma, und die hörte immer Schlager. Tatsächlich. So sophisticated Sachen wie Christian Anders liebe ich, das ist kein Spaß! Ich steh´ auch voll dazu. Wenn ich hier in Wien bin, drehe ich in der Früh Radio Arabella auf, dann hab ich immer so einen Grinser.

Lieblingszeile aus einem Schlager?
In den Augen der anderen. Christian Anders.

Sie haben auf dem linken Unterarm stehen: Life should be fragrant?
Ja, das Leben sollte einfach luftig, duftig sein, wie ein kleiner Drache, man schwebt so dahin. Go with the flow, sag ich immer.

Wohin schweben Sie als nächstes?
In die Toscana, anschließend nach LA.

 

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