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Filmfestival Venedig – die Highlights
02.09.2016
That One Day by Crystal Moselle © Brigitte Lacombe

That One Day by Crystal Moselle © Brigitte Lacombe

Filmfestival Venedig – die Highlights

02.09.2016

Venedig im Hochglanz. Alljährlich ächzt die Lagunenstadt unter dem Promiaufgebot, den damit verbundenen Schaulustigen, Paparazzi und Journalisten. Aber ohne das älteste Filmfestival der Welt wäre die Welt in der Tat um eine Institution ärmer. Das Rittern um den begehrten goldenen Löwen setzt heuer einem eher mageren Kinosommer voller Remakes, Sequels und misslungener Comicverfilmungen ein spannendes, bildgewaltiges und die Sinne anregendes filmisches Schaffen entgegen.


Schon der Eröffnungsfilm „La La Land“ von Damien Chazelle löste Begeisterungsstürme aus. Kein Actionfilm, kein Drama, kein Kriegsfilm. Ein Musical, das kaleidoskopartig in die utopischen Träume vom Leben als erfolgreicher Künstler entführt. Bigger than life zitiert es die Macht des Eskapismus der großen Hollywoodfilme und entwickelt sie aber gleichzeitig weiter. Emma Stone und Ryan Gosling tanzen sich als erfolgloses, vor der ernüchternden Realität in die Romantik flüchtendes Künstlerpaar durch das Filmerbe des großen Leinwandkinos. Und das Publikum lässt sich dankbar entführen.

Österreich in Venedig

Nicht weniger verheissungsvoll scheinen auch drei Beiträge mit österreichischer Beteiligung zu sein. Im großen Wettbewerb will es der deutsche Altmeister Wim Wenders noch einmal wissen. In 3D verfilmte er Peter Handkes 2012 von Luc Bondy bei den Wiener Festwochen uraufgeführtes Zwei-Personen-Stück „Die schönen Tage von Aranjuez“. Außerhalb des Wettbewerbs geht Ulrich Seidl mit deutschen und österreichischen Jagdtouristen auf „Safari“. Und in der Reihe „Orrizzonti“ begibt sich der Südtiroler Regisseur Ronny Trocker mit „Einsiedler“ tief in die psychischen Verstrickungen einer Mutter-Sohn-Beziehung in der Einsamkeit der Berge. Mit Andreas Lust („Der Räuber“) und Ingrid Burkhard („Ein echter Wiener geht nicht unter“) in den Hauptrollen.

Tom Fords zweiter Film

Modedesigner Tom Ford, der mit „A Single Man“ ein grandios ästhetisches Filmdebüt vorgelegt hat, ist mit „Nocturnal Animals“ ebenso im Wettbewerb vertreten, wie der medienscheue Enigmatiker Terrence Malick, der mit Brad Pitt und Cate Blanchett in „Voyage of Time“ die Entstehung der Welt auf 90 Dokumentarfilm-Minuten zu komprimieren versucht. Pablo Larraín widmet sich in „Jackie“, verkörpert durch Nathalie Portman, dem Leben und Trauern der First Lady in den vier Tagen rund um John F. Kennedys Ermordung.

Miu Mius Kurzfilmreihe

In der kulturellen Überfülle der Biennale in Venedig ist Miu Miu Kreativpartner der „Giornate degli Autori“ (Autorentage), wo es vor allem um die Arbeit und Zusammenkunft von kreativen, jungen Frauen geht. Crystal Moselle, die mit ihrem Dokumentarfilm „The Wolfpack“ 2015 beim Sundance Festival reüssierte, hat Film #12 in der von Miu Miu in Kooperation mit dem Filmfestival geförderten Kurzfilmreihe „Woman’s Tales“ gedreht. Darin erzählen Künstlerinnen unterschiedlichster Herkunft von ihrem Zugang zur Liebe. Moselles „That One Day“ erzählt von Freundschaft, Stärke und Zugehörigkeit einer jungen Frau an der Schwelle zum Erwachsensein.

Trailer „That One Day“


Mit dabei sein in Venedig kann man übrigens auch von zu Hause aus. Die Filme der Reihe Orrizzonti und Biennale College-Cinema können via Venice Sala Web zeitgleich mit dem Screening in Venedig im Webstream angeschaut werden.

www.festivalscope.com


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